Sonntag, 23. September 2007

Von einsamen Straenden und Naturschauspielen

Yeeehaaaa! Der Freitag war wie Sommerurlaub. Wir sind das erste Mal, mit Onkel, Cousine und co., ans Meer gefahren, etwa zwei Stunden von zuhause entfernt. Auf dem Weg dahin hat sich mir erstmal das doerfliche, aermliche Leben in Venezuela offenbart, in den Kakaoanbaugebieten leben fast nur Schwarze, die sich alle vor ihren Haeuschen auf den Strassen treffen. An der Kueste angekommen, sind wir mit kleinen Motorbooten mitten durch die Mangroven zu einer Art Inselchen geschippert, wo unser herrlicher Strand lag. Der Sand war zwar nicht schneeweiss und das Wasser auch nicht azurblau wie an anderen Karibikstraenden, aber dafuer war der Strand menschenleer! In dieser traumhaften Idylle haben wir´s uns also mit Picknick und allem, was dazugehoert, gemuetlich gemacht und waehrend Sara und Nella die ganze Zeit irgendwelche Lieder getraellert haben, habe ich versucht, mich ein bisschen farblich anzupassen ; ) Zum Teil habe ich mich ein bisschen unverstanden gefuehlt, weil ich mich nicht wirklich ausdruecken konnte, aber es war trotzdem lustig. Auf der Ruecktour mit dem Kahn haben wir an einem kleinen Inselchen Halt gemacht, auf dem sich Abends tausende von knallroten, weissen und schwarzen Voegeln niedergelassen haben, ein wahres Naturspektakel! Gestern war ich mit Mutti einkaufen, Grosseinkauf, und habe festgestellt, dass es hier unheimlich viele deutsche Marken gibt und solche, die eben international und auch in Deutschland sehr bekannt sind. Venezuela, oder zumindest Caracas, ist also keinesfalls irgendein Hinterweltland...

Mittwoch, 19. September 2007

Ein belebtes Wochenende: AFS-Willkommensfiesta, Downtown und mehr

Juhu, ich habe jetzt endlich Internet in meinem Zimmer, inklusive icq und msn, was hier lebenswichtig zu sein scheint... Letztes Wochenende war ich mal wieder mit Sara und ein paar Freunden von ihr in einer der vielen Shoppingmalls im Kino und habe dort festgestellt, dass selbst Caracas ein Dorf ist. Ich habe naemlich meine Kontaktperson Claudia in der Reihe vor uns getroffen. Sonntag waren wir erstmal schoen in einer Panadería fruehstuecken und sind dann in das Kulturzentrum hier gefahren und haben uns den huebschen Garten angeguckt. Da! Zuhause habe ich dann mit meiner Mutti einen Geburtstagskuchen fuer meinen Gastbruder Oscar gemacht und dann gings auch schon bald, mit venezolanischer Puenktlichkeit eine Stunde zu spaet (aber wir waren nicht die letzten...) , zum ersten AFS-Wilkommenstreffen. Das war total schoen gemacht: in einem komplett bunten Haus, alle Familien mussten sich kurz vorstellen und die Austauschis ein paar Worte auf Spanisch sagen, es gab jede Menge Leckereien und man konnte sich endlich mal mit anderen unterhalten, die das selbe hier erleben, und hoeren, dass es irgendwie allen gleich geht. Nach dem offiziellenTeil sind die jugendlichen AFSer unter uns alle noch in eine Pizzeria gefahren, wo wir dann noch alle zusammengesessen und etwas getrunken haben. Ein paar haben sogar Salsa getanzt. Als Sara und ich dann wieder zuhause angekommen waren, war die Geburtstagsfete schon in vollem Gange und wir haben uns noch mehr den Bauch vollgeschlagen. Gestern bin ich mit Papa und Sara mit der Metro nach Downtown Caracas gefahren. Wahnsinn, sag ich euch, ein total buntes Treiben, Massen von Menschen. Wir waren erstmal im Aussenministerium oder sowas, wo mein Papa arbeitet, er hatte dort etwas zu erledigen. Wir haben solange die Haeppchen probiert, die es bei so einem noblen Empfang dort gab. Danach haben wir uns das Stadtzentrum, die Plaza Bolivar, angeschaut, ein Museum besucht und schoene Kolonialstilbauten bewundert. Ausserdem haben wir uns ein bisschen was auf den gigantischen Strassenmaerkten geleistet. Die economia informal bietet von Pirateriefilmen bis Kartoffeln wirklich alles. Hier habe ich neben schoenen Orchideen und modernen Bankgebauden mal eine andere, die reale, Seite von Caracas gesehen. Vollgestopft mit Autos und dreckig, aber voller Leben. Fotos gibts demnaechst!